Die zweite Haut

BangladeschMerkwĂŒrdig, was wir unserem grĂ¶ĂŸten Organ alles zumuten. Neben der ungefilterten UV-Strahl­ung durch die löchrige Ozonschicht und die grĂ¶ĂŸtenteils noch un­er­for­schte Wirkung von Nano­technologie in Textilien eben auch das T-Shirt fĂŒr 4,99 Euro und die Jeans fĂŒr 20 Euro vom Discounter um die Ecke. Kleidung gehört so selbstverstĂ€ndlich zum tĂ€glichen Leben wie die Mahlzeiten. WĂ€hrend wir bei den Nahrungsmitteln vermehrt darauf achten, wie sie produziert werden und wo sie herkommen, fragen wir uns freilich nicht, wieso ein Outfit nicht teurer als ein gutes Essen ist. Schließlich wollen wir ja trendy sein und unserem Schrank, wo schon all die Teile aus den vergangenen Saisons lagern, noch die aktuelle Mode hinzufĂŒgen.

ZufĂŒgen – das trifft den Kern, denn durch unser Verhalten als VerbraucherInnen können wir Einfluss nehmen, dass es solche Katastrophen, wie die,  zu der es in einem Vorort von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka Ende April gekommen ist, nicht mehr gibt. Der Einsturz einer Kleiderfabrik hatte  1127 Todesopfer gefordert.  Nach diesem schlimmen Ereignis ist auf Initiative des Weltdachverbands von Dienstleistungsgewerkschaften UNI  Global Union ein Abkommen von weltweit circa 1000 Textilunternehmen unterzeichnet worden, um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie Bangladeschs zu verbessern, die Brandschutzbestimmungen einzuhalten sowie die Bausubstanz instand zu halten. Zeitgleich dazu entschied sich die Regierung Bangladeschs auch fĂŒr Reformen in diesem Bereich. Bleibt abzuwarten, ob die neuen Spielregeln auch tatsĂ€chlich eingehalten werden oder alles lediglich Lippenbekenntnisse angesichts der Katastrophenbilder sind.

Bei einem T-Shirt fĂŒr 4.99 Euro sollten bei uns alle Alarmglocken schrillen. Wir haben es hier höchstwahrscheinlich mit einem Teil zu tun,  dessen Baumwolle in Indien angebaut,  in China eingefĂ€rbt  und in Bangladesch zusammengenĂ€ht wurde,  bis es schließlich nach einer Weltreise im deutschen Handel  landet.  Damit nehmen wir dann auch alle unschönen Begleiterscheinungen mit in Kauf: synthetischer DĂŒnger, Pestizide und gentechnisch verĂ€ndertes Saatgut beim Baumwollanbau, Kinderarbeit  z.B.  in Usbekistan bei der Ernte, gesundheitsschĂ€dliche Bedingungen fĂŒr die ArbeiterInnen in den FĂ€rbereien und eben auch die ZustĂ€nde in den NĂ€hereien, die durch den Einsturz des FabrikgebĂ€udes jĂŒngst in den Fokus der Weltöffentlichkeit gelangt ist. Das alles trĂ€gt sich schwer auf der Haut.

Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass deutsche Haushalte durchschnittlich 880 Euro pro Jahr fĂŒr Bekleidung ausgeben, was bei etwa 40 Millionen Haushalten einen Umsatz von 35 Milliarden Euro fĂŒr die Textilbranche ausmacht. Auf Kosten der Ärmsten werden Milliarden verdient und daran wird sich auch nicht so bald etwas Ă€ndern, wenn nicht VerbraucherInnen und Politik endlich aufwachen. In Bangladesch sehen wir,  wie die Bilder der modernen Sklavenarbeit aussehen!

Das MĂŒnchner Umweltinstitut schreibt dazu: „In Wirklichkeit bezahlen den Preis fĂŒr unsere preiswerten Outfits die ArbeiterInnen, die in den ProduktionsstĂ€tten auf der anderen Seite der Erde unter menschenunwĂŒrdigen Bedingungen Shirts, Hosen und Schuhe nĂ€hen, kleben und fĂ€rben – und das zu Hungerlöhnen. Die eingesetzten Chemikalien gefĂ€hrden nicht nur die Menschen, die mit ihnen arbeiten, sondern hinterlassen auch hochgiftige RĂŒckstĂ€nde in FlĂŒssen, Böden, Grundwasser und in unserer Kleidung.“

Wir VerbraucherInnen sollten bei Bekleidung genauso auf der Hut sein wie wir es schon bei den Lebensmitteln sind – schließlich geht es um menschenwĂŒrdige Arbeitsbedingungen und unsere zweite Haut, die uns genauso nah ist wie die tĂ€gliche Nahrung.

Die Frage nach den Herstellungsbedingungen sollte auch bei Textilien ein „Muss“ sein.

Modeindustrie

Solarpark Fernwald: Tag der offenen TĂŒr am 08. Juni 2013 von 14 bis 18 Uhr

Solarpark Albach0525132-bv-600Seit dem 3. Mai 2013 ist der Solarpark Fernwald am Netz und liefert Strom, soweit die Sonne es zulĂ€sst. 47 BĂŒrgerInnen aus Fernwald haben sich  ĂŒber die Sonnenland e.G. am Solarpark beteiligt, hinzu kommen weitere Beteiligungen aus den Partnergemeinden Buseck, Lich, Linden und Pohlheim.

Der Solarpark auf der ehemaligen Erddeponie in Albach fĂŒgt sich harmonisch in die Landschaft ein. Am Samstag, den 8. Juni 2013 veranstaltet die Gemeinde Fernwald dort in der Zeit von 14 bis 18 Uhr einen Tag der offenen TĂŒr.

Solarpark Albach0525134-bv-600Die Abnahme des Solarparks erfolgte plangemĂ€ĂŸ zum Ende MĂ€rz. Danach waren zum einen noch die Kabel fĂŒr den Stromanschluss zu legen und die neue Trafostation musste installiert werden.

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Links die alte Trafostation mit den neuen Anschlusskabeln des Solarparks, auf dem rechten Bild ist die neue Trafostation hinzugekommen.

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Ältere BeitrĂ€ge zu diesem Thema: Wir bauen einen Solarpark,
Der Solarpark geht voran

Was alles so geht: Einladung zur Ortsverbandssitzung

FĂŒr Donnerstag, den 6. Juni, laden wir wieder alle Mitglieder und Interessierten zu einer Ortsverbandssitzung in die RatsschĂ€nke in Fernwald-Steinbach ein.
Neben Kurzberichten aus den Fraktionen steht das Thema „LĂ€rm in und um Fernwald“ auf der Tagesordnung.
Des weiteren wollen wir Veranstaltungen mit MdB Tom Koenigs und dem hessischen GRÜNEN-Vorsitzenden Tarek Al-Wazir planen und einen Überblick ĂŒber den Stand der Vorbereitungen zum GRÜNEN Sommerfest geben.

Und vieles mehr, wenn dann noch Zeit ist…..

Die Sitzung ist öffentlich – auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!
Wir treffen uns um 20:00 Uhr: Oppenröder Strasse 1, RatsschÀnke, Nebenraum.
FĂŒr den Vorstand
Heike Habermann

GrĂŒne Ideen zum Umsteuern: Ehegattensplitting

Wir wollen Kinder fördern, nicht die Ehe.

Das Ehegattensplitting dagegen fördert mit  20 Mrd. Euro jÀhrlich die Ehe, unabhÀngig von Kindern. In 40 Prozent der Ehe-Haushalte, die vom Splitting profitieren, leben gar keine Kinder, und sie werden trotzdem gefördert.

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So wĂ€r’s doch schön, der Storch bringt nicht nur den Kindersegen ….

Wir wollen die Einsparungen beim Ehegattensplitting vollstĂ€ndig in eine bessere Förderung von Kindern investieren – in bessere Kitas und Schulen und eine bessere finanzielle Absicherung durch eine Kindergrundsicherung. Familien mit Kindern werden durch das Ersetzen des Ehegattensplittings nicht schlechter, sondern ĂŒberwiegend besser gestellt.
Durch das Ehegattensplitting wird ein Familienmodell – das Leben in einer Ehe – gegenĂŒber allen anderen Familienmodellen steuerlich bevorzugt. Je weiter die Einkommen der beiden Partner auseinander liegen, desto grĂ¶ĂŸer ist der Steuervorteil. Deshalb ist das Ehegattensplitting nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ.
Ehepaare, bei denen beide Partner Ă€hnlich viel verdienen, etwa weil sie sich partnerschaftlich um ihre Kinder kĂŒmmern, genauso wie Alleinerziehende, nicht verheiratete und Gemeinsam-mit-Kindern-Paare – all diese Personengruppen kommen nicht in den Genuss dieser Steuervorteile und werden gegenĂŒber der Alleinverdienerehe benachteiligt. Das Ehegattensplitting fördert zudem ganz besonders die Alleinverdienerehe und stellt so eine HĂŒrde besonders fĂŒr Frauen dar, nach einer Familienphase wieder in den Beruf zurĂŒckzukehren. Nicht selten erwĂ€chst daraus ein enormes Risiko der Altersarmut gerade fĂŒr Frauen sowie deren finanzielle  AbhĂ€ngigkeit vom Ehemann.
Dem wollen wir mit dem Ziel einer eigenstĂ€ndigen  Existenzsicherung fĂŒr Frauen begegnen. Deshalb schmelzen wir das Ehegattensplitting verfassungskonform ab und ersetzen es durch eine Individualbesteuerung mit ĂŒbertragbarem  Existenzminimum. Dies geschieht sozialvertrĂ€glich und schrittweise.  Wir schaffen das Ehegattensplitting nicht sofort ab, sondern begrenzen in einem ersten Schritt den Steuervorteil eines Ehepaars auf maximal 1.500 Euro. Das betrifft nur Haushalte mit einem hohen Bruttoeinkommen und sehr ungleicher Verteilung zwischen den Partnern.

Wie funktioniert das Splitting ĂŒberhaupt? Das Splitting bevorzugt hohe, zwischen den Partnern ungleich verteilte Einkommen.  Der Splittingvorteil ist umso grĂ¶ĂŸer, je höher das Einkommen ist und je ungleicher es auf die Ehepartner verteilt ist. Verdienen beide Ehepartner gleich viel, betrĂ€gt der Splittingvorteil 0 Euro. Ein Alleinverdiener-Haushalt mit einem Bruttoeinkommen von 18.000 Euro pro Jahr zahlt durch das Splitting 150 Euro weniger im Monat. Bei einem Alleinverdiener-Einkommen von 100.000 Euro steigt der Vorteil auf ĂŒber 700 Euro pro Monat. Das Splitting unterstĂŒtzt also die klassische Alleinverdiener-Ehe.
Ehepaare, die sich die Kinderziehung und die Erwerbsarbeit  partnerschaftlich teilen, gehen leer aus. Die GRÜNEN  Forderungen: Wir wollen das Ehegattensplitting durch eine Individualbesteuerung mit ĂŒbertragbarem  Existenzminimum ersetzen. Das Existenzminimum des Partners bleibt also auch kĂŒnftig steuerfrei.  Außerdem wollen wir Haushalte mit kleineren und mitt leren Einkommen schĂŒtzen und deshalb das Ehegattensplitting in einem ersten Schritt bis zu einem  jĂ€hrlichen Steuervorteil von 1.500 Euro erhalten. Wir wollen jeden Cent, der durch das Abschmelzen des Ehegattensplittings frei wird, zur Finanzierung von guten Kitas, Ganztagesschulen und fĂŒr eine Kindergrundsicherung nutzen.

Kurz und knapp:
Beim Ehegattensplitting stehen nicht die Kinder im Mittelpunkt: Ehen, die vom Splitting profitieren und keine Kinder haben, werden dennoch gefördert. Gleichzeitig bleiben heute immer mehr Paare unverheiratet und bekommen Kinder.
Immer mehr Ehen werden geschieden, und die Zahl der Alleinerziehenden steigt.
25 Prozent aller Kinder wachsen in Alleinerziehenden-Haushalten oder bei nicht verheirateten Paaren auf –  ihnen nĂŒtzt das Ehegattensplitting gar nicht.

Es wird Zeit, unser Steuer- und Sozialrecht an diese Entwicklungen anzupassen. Verlierer des Ehegattensplitting sind bisher die Frauen: Das Ehegattensplitting fördert die NichterwerbstĂ€tigkeit von Frauen. Wenn die Frau keinen oder nur einen Minijob ausĂŒbt, wird der Haushalt durch das Ehegattensplitting bevorzugt. Eine eigene soziale Absicherung erhalten Frauen dadurch nicht. Minirenten im Alter sind in solchen FĂ€llen die Regel und nicht die Ausnahme.
Armut droht auch dann, wenn Paare sich trennen. Heute wird bereits jede zweite Ehe geschieden. So geraten Frauen in die AbhÀngigkeit von ihrem Ehemann und landen hÀufig in der Armutsfalle.

Vom Splitting profitieren nur Ehen, bei der die beiden Partner sehr ungleich verdienen. Ehepaare, die sich die Arbeit partnerschaftlich teilen, gehen leer aus. Entsprechend trifft unser Vorschlag zum Abschmelzen des  Ehegattensplittings diese Ehen auch nicht.
Ein Beispiel: Haushalte, in denen ein Partner 2/3 und der andere 1/3 des Haushaltseinkommens erwirtschaftet, sind unabhÀngig von  der Gesamthöhe ihres Einkommens nicht betroffen.

Ganz konkret: Wenn ein Ehepaar insgesamt 90.000 Euro im Jahr verdient, davon ein Partner 5.000 Euro und ein Partner 2.500 Euro, bleibt ihnen der Splittingvorteil vollstĂ€ndig erhalten. Betroffen sind die Ehen, in denen die Einkommen sehr ungleich zwischen den Partnern verteilt sind und in denen dieses Einkommen hoch ist. Viele Frauen haben ihre Lebensentscheidungen bereits getroffen und im Vertrauen auf das geltende Steuerrecht und den Unterhalt ihres Mannes ihre Erwerbsarbeit aufgegeben. Diese Entscheidungen können nicht immer revidiert werden. Viele Haushalte sind deshalb auf das Ehegattensplitting angewiesen. Deshalb bauen wir das Splitting sozialvertrĂ€glich und schrittweise ab. Weil wir den Splittingvorteil nur deckeln und nicht ganz abschaffen, werden nur Haushalte mit ĂŒberdurchschnittlichen Einkommen betroffen sein. Das beginnt fĂŒr Alleinverdiener-Ehen ohne Kinder bei 63.000 Euro brutto pro Jahr. Außerdem hĂ€ngt die Wirkung von der Anzahl der Kinder ab.  Alleinverdiener-Paare mit einem Kind wĂŒrden erst ab einem Bruttoeinkommen von 70.000 Euro pro Jahr mehr bezahlen. Ein Alleinverdiener-Haushalt mit einem Kind und einem Jahreseinkommen  von 72.000 Euro wĂŒrde pro Monat 17 Euro mehr Steuer zahlen. Bei zwei Kindern wĂ€ren Alleinverdiener-Paare ab ca. 78.000 Euro brutto pro Jahr betroffen. Bei einem  Bruttojahreseinkommen von 80.000 Euro wĂŒrde diese Familie 10 Euro pro Monat mehr zahlen.

Noch Fragen? Mehr Infos unter www.gruene.de